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Nun hat bereits der dritte Verlag sein Interesse an meiner Biografie bekundet. Ich denke, dass der Ingo Koch Verlag Rostock das Beste ist was mir als Newcomerin passieren konnte. Eine schriftliche Bestätigung liegt bereits vor. Trotzdem ist es mir ein Bedürfnis die Rezension der Märkischen Oderzeitung hier einzustellen. Ich selbst war jedenfalls echt begeistert! Ich glaube dazu habe ich auch allen Grund.

 

Märkische Oderzeitung Mittwoch. 28. April 2004

 

Plädoyer für Toleranz

 

Katrin Lindemann präsentiert in Leseserien ihre Biographie

 

Von Jaqueline Schuster

 

Frankfurt  (Oder) Katrin Lindemann präsentiert in Leseserien quer durch Brandenburg ihre Biographie „Der Fluch - ein Leben mit der Transsexualität“. In Frankfurt (Oder) als Mann geboren, schreibt sie nicht  nur von ihrem bewegenden Leben, sondern auch mit pointiertem Witz über die DDR und die Gegenwart.

 

Eigenwillig, manchmal humorvoll, an vielen Stellen spannend erzählt Katrin Lindemann aus ihrem ungewöhnlichen Leben, das mit der Kindheit in Frankfurt begann und sich mit der Ausbildung zum Fischer in Rostock fortsetzt. Nichts Ungewöhnliches, meint man – aber: Katrin Lindemann wurde 1948 in Frankfurt als Reiner geboren. In ihrer Biographie erzählt sie nicht nur von ihrem außergewöhnlichen Leben, sondern auch vom Leben in der DDR, dem Hier und Jetzt, und den teilweise verstockten Reaktionen der Menschen, wenn sie erfahren, dass Katrin Lindemann als Mann auf die Welt kam.

 

Völlig befreit hat die heute in Bad Schwartau lebende Frankfurterin ihr Leben mit der Transsexualität niedergeschrieben. Herausgekommen ist dabei nicht nur ein 240 Seiten starkes Buch, das den Leidensweg einer Geschlechtsumwandlung vom Mann zur Frau beschreibt, sondern auch viele Anekdoten aus vergangenen Jahren enthält, u.a. mit Nobelpreisträger Günther Grass, Ex- Kanzler Helmut Kohl oder Heide Simonis. Vielen Lesern ein leichtes Schmunzeln auf die Lippen zaubern wird die kurze Geschichte von den ersten mit selbstgebauten Keschern gefangenen Hechten, die keinesfalls in Mutters Kochtopf landen sollten. Ohne Lachen kann man auch nicht über die Vertreibung der Russen aus Omas Schrebergarten hinweglesen: Mit „Dawai - Dawai“ -Geschrei versetzte sie so manchem aus den Bäumen purzelnden Russen eine Hieb.

 

Wer von den Frankfurtern kann sich noch erinnern, dass an jenem Tag der Fünfziger Jahre, als sich eigentlich befreundete Soldaten dies- und jenseits der Oder mit ihren Maschinenpistolen beschossen, die Badeanstalt auf dem Ziegenwerder für immer geschlossen wurde? Katrin Lindemann klärt die Ursache für den Schusswechsel auf: „Wie später erzählt wurde, wollte ein Rotarmist nach Polen abhauen.

 

Bewegender wird die Geschichte mit dem Umzug 1958 in die Stalinstadt, wo ein neuer Lebensabschnitt begann. Aufregend erzählt Katrin Lindemann von der Mitgliedschaft des Vaters in der SED und seiner Arbeit im Eisenhüttenwerk. In dieser Zeit entdeckt Katrin Lindemann auch ihre Liebe zur Poesie.

 

Nach der zehnten Klasse beginnt Katrin Lindemann 1965 eine zweijährige Lehrausbildung beim Deutschen Fischkombinat in Rostock. Kindheitserinnerungen aus gelesenen Büchern ließen sie sehnsüchtig in die Ferne blicken. Auch wenn ihr bewusst war, dass sie auf  Grund der politischen Verhältnisse unerfüllbaren Träumen nachhing. Wer kann von sich behaupten, dass er in jungen Jahren dem russischen Astronauten Alexej Leonow die Hand geschüttelt hat? Katrin Lindemann schon. In Rostock ergab sich die Gelegenheit.

 

Über all diesen Erlebnissen steht auch immer der Weg der Veränderung vom Mann zur Frau – manchmal nicht unproblematisch, häufig mit Schwierigkeiten verbunden: ein Kampf gegen Windmühlen, nicht nur bürokratisch, sondern oft auch in der eigenen Familie. Am Ende steht Katrin Lindemann aber als Siegerin da, sie hat es all jenen gezeigt, die an ihr gezweifelt haben. Herausgekommen ist ein Buch, in dem Katrin Lindemann die Höhen und Tiefen ihres Lebens erzählt. Wobei sie gekonnt versucht, die Umwandlung vom Mann zur Frau nicht in den Fordergrund zu stellen.

 



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